Agnes Martin – Eine Retrospektive – K20 Düsseldorf

Zur Ausstellung:

Seit den frühen 1960er-Jahren konzentrierte Agnes Martin ihr künstlerisches Vokabular auf horizontale und vertikale Linien, die die Fläche gitterartig strukturieren oder in Streifen gliedern. Auf ihren matten, fast ausnahmslos quadratischen Leinwänden und Papieren spielt das Zusammenwirken der Linien des Grafitstifts und der reduzierten Palette zarter Grau- und Farbtöne eine wesentliche Rolle. „Es ist ein in Malerei und Zeichnung der Abstraktion verpflichtetes Werk der leisen Töne, das sich im Umfeld des Abstrakten Expressionismus und der minimalistischen Tendenzen entwickelte. Auf der Basis dieser Konzentration und Reduktion entfaltet Agnes Martin ein bildnerisches Universum von überwältigendem Reichtum, das dem geduldigen Auge faszinierende Seh-Erlebnisse zu schenken vermag“, beschreibt Ausstellungskuratorin Maria Müller-Schareck das Werk der Amerikanerin, die die meiste Zeit ihres Lebens in der Einsamkeit New Mexicos gelebt hat.

Quelle: http://www.kunstsammlung.de/fileadmin/user_upload/Presse/Pressemitteilungen/Pressemappe_Agnes_Martin.pdf

Notizen:

Die als Retrospektive angelegte Ausstellung zeigt die künstlerische Entwicklung Agnes Martins von einem Selbstporträt in der Art und Weise Klassischer Moderne über Formenkompositionen wie sie mal üblich waren hin zu Strukturen und Streifen. Mit der Auswahl und Hängung der Exponate implizieren Kuratoren einen Vorschlag für den gedanklichen Weg, mit dem eine Ausstellung zu lesen sein könnte. Diesmal bieten die Kuratoren selbst eine Führung an und zeigen die Bilder mit eigenen Worten. Ich bin bei der Führung dabei, weil ich das Konzert mit Evelyn Glennie im Anschluss hören will.

Die Bilder brauchen Zeit und die Muße sich auf die Feinheit der Strukturen einzulassen. Beim Durcheilen wären nur Raster und Streifen zu sehen. Weil die Führung eine Zeitvorgabe hat, weist der Kurator auf Beachtenswertes hin, ordnet Exponate in das Werk und in die Biografie ein. Die experimentelle Konsequenz bei der Bildforschung von Agnes Martin begegnet dabei weniger einer Betrachtungshaltung als einem Nachvollziehen der Zusammenhänge. Die Erläuterungen machen die Akribie in der Ausführung der Arbeiten mit der psychischen Erkrankung von Agnes Martin verständlich, weisen aber auch auf die Beharrlichkeit hin, mit der Agnes Martin gearbeitet hat.

Die Stille, die Zeit und das Licht sind dann im letzten Ausstellungsraum zu sehen, wo das Konzert stattfinden wird. Hier zerstreuen sich die Besuchergruppen und suchen die Sitzplätze auf.

Ort: K20, Düsseldorf
Dauer: 07.11.2015 bis 06.03.2016
Besuch: Barbara Christin
Datum: 28.01.2016
URL: www.kunstsammlung.de
wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Martin
URL: www.artsy.net/artist/agnes-martin

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