Alexander Kluge – Pluriversum – Essen

zur Ausstellung:

Aus Bildern, Texten und Objekten bildet Alexander Kluge immer neue Konstellationen, deren Sinn oder Widersinn maßgeblich durch die Montage entsteht. In deren Zwischenräumen lässt Kluge die Phantasie des Zuschauers und Zuhörers keimen. Zentral sind für Kluge die Verbindungen zwischen Emotion und Verstand, unablässig spürt er das Theoretische im Alltäglichen auf und vermischt „Facts & Fakes“.

Als promovierter Jurist kommt Kluge in den späten 1950er Jahren zur Philosophie und wird in den frühen 1960ern gleichzeitig als Filmemacher und Schriftsteller bekannt. Seit 1988 bis heute hat sich Kluge mit den Fensterprogrammen im Privat-Fernsehen das wohl wichtigste Massenmedium der letzten Jahrzehnte zu Eigen gemacht. Er veröffentlicht DVD-Editionen, Hörspiele und vieles anderes und installiert seit einigen Jahren seine Filme auch als Installationen im Raum.

Quelle: https://www.museum-folkwang.de/de/aktuelles/ausstellungen/aktuell/alexander-kluge.html

Notizen:

Die raumfüllende Sternenkarte im Entree stimmt ein auf die mögliche Vernetzung der Themen wie Alexander Kluge sie in der Arbeit benennt und in der Ausstellung präsentiert. Aus dem nächtlichen, großzügigen Raum geht es durch einen schmalen Gang in den ersten von vier Räumen, die jeweils thematisch überschrieben, mit Videos, Dokumenten und ergänzenden Exponaten Einblick in das Denken und Arbeiten von Alexander Kluge geben.

Das Miteinander lässt die Impulse, Beobachtungen und Forderungen ahnen, die Alexander Kluge motivieren, die einzelnen bildlichen und textlichen Formulierungen zu treffen und nebeneinander zustellen. Politik, Leben und Familie sind nicht zu trennen: Störe dein Kind nicht beim Spielen, sonst stört es dich bei der Arbeit. So ungefähr war der Satz in der Pluriversum Videoinstallation. Arbeit und Macht, Umstände und Neugier sind Felder, in denen ich mich als Besucherin bewege. Adorno, Luhmann, Warburg, Klee und Demand sind gemeinsame Reibungspunkte.

Alexander Kluge hat in seiner ihm eigenen Art die durch das duale Rundfunksystem neuen Umstände seit den 1980er Jahren genutzt und in Ausstellungen erweitert. Die Umstände sind mit den Sozialen Medien wieder in einem fortlaufenden Umbruch – eigentlich kaum zu trennen von den vorgehenden. Die Optionen sind diesmal umfassender und technisch leichter zugänglich, aber die Herausforderungen an die Formulierung und die Position in Kontexten gelten auch jetzt.

Ort: Museum Folkwang Essen
Dauer: 15.09.2017 bis 07.01.2018
Besuch: Barbara Christin
mit: Jürgen, Henrik
Datum: 28.12.2017
URL: www.museum-folkwang.de
URL: www.kluge-alexander.de