bildnisse_toenisvorst

Bildnisse, 2003

Bildnisse im Kunstfenster Tönisvorst. Mit einem Konvolut aus Postkarten, das sich über Jahrzehnte angesammelt hat, war Gelegenheit die Gleichzeitigkeit der Bilder zu thematisieren. In Die Notizen ist die Gleichzeitigkeit der Bilder beschrieben.

Die Postkarten sind Abbildungen von Gemälden, Zeichnungen, Drucken, Fotografien, Objekten, Gebäuden, Modellen. Alle Karten sind im gleichen Format und im gleichen Material publiziert. Sie zeigen Bilder und Gegenstände aus verschiedenen Zeiten, von verschiedenen Orten und aus verschiedenen Kontexten. Manche habe ich als Kind bei Ausflügen in die Stadt von meinem Taschengeld in der Kunsthandlung gekauft, die meisten Karten sind aus europäischen Museen.

Zuerst war der Besitz der Postkarten die Möglichkeit, die Bilder anzuschauen, Bilder zu finden, die mich interessieren und sie bei mir zu haben, sie aufzuhängen oder hervorholen zu können, wenn ich sie anschauen möchte. Die Karten waren billiger als Kunstbände oder Ausstellungskataloge. Und die Auswahl der Karten liegt bei mir.

Gesammelt sind die Karten aus dem Impuls, die Bilder haben zu wollen, auch assoziativ aus der Erinnerung an bereits vorhandene Karten. Der Kasten, in dem ich die Karten aufbewahre, gehört an meinen Arbeitsplatz. Inzwischen nehme ich den Kasten nur noch selten zur Hand, weil die Bildersuche im Internet schneller und einfacher ist. Postkarten kaufe ich immer noch.

Bilder aus verschiedenen Entstehungszeiten, aus verschiedenen Zusammenhängen sind gleichzeitig verfügbar. Im Fall der Postkarten oder der Bildersuche im Internet ungeachtet von Material, Format und Ort. Sobald Zugang zu den Bildern besteht, sind sie für einen Betrachter gegenwärtige Formulierung unabhängig von der ursprünglichen Absicht.

bildnisse_ausschnitt

Erschienen am 2003