Cyprien Galliard – Nightlife – K20 Düsseldorf

zur Ausstellung:

Rodins berühmte Bronzeskulptur Der Denker vor dem Cleveland Museum, exotische, vom Wind bewegte Hollywood Juniper-Bäume im Stadtraum von Los Angeles, ein Feuerwerk über dem Berliner Olympiastadion, eine kahle Eiche im Suchscheinwerfer eines Helikopters – die nächtlichen Außenaufnahmen des Films Nightlife (2015) führen an Orte, die menschenleer und doch voller Leben sind. Die von einem suggestiven Soundmix („I was born a loser“) unterlegte filmische Komposition wird als wandfüllende 3D-Projektion in der Grabbehalle im K20 als kontinuierlicher Loop präsentiert.

Quelle: http://www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/cyprien-gaillard.html

Notizen:

Bei der Eröffnung stehen wir lange für 3D-Brillen an. Die werden am Eingang zur Ausstellungshalle ausgegeben, von wo aus der Soundtrack zum Video schon zu hören ist. Die Ausstellungshalle ist abgedunkelt. Hinter einer Trennwand ist der Projektionsraum. Da stehen und sitzen Besucher im Gegenlicht der Videoprojektion. Die Projektion ist wandgroß und zeigt die zerfetzte Bronze am Fuß des Rodin-Denkers als Detail. Die Skulptur wie sie langsam von der Kamera umrundet wird, scheint in den Raum hineinzuragen. Der Soundtrack unterlegt die bewegten, dreidimensionalen Bilder mit Musik und dem immer wiederkehrenden Satz I was born a loser. Das Staunen über die hohe Auflösung und Qualität der 3D-Darstellung nimmt viel Aufmerksamkeit in Anspruch. Wer hat das Video in dieser technischen Qualität ermöglicht? Merkwürdig geformte Bäume sind zu sehen. Sie schwingen im Wind, streuen etwas und werden dabei von der Kamera überflogen. Dazu der Soundtrack. Und dann noch ein Feuerwerk. Zwischendurch immer wieder die Bäume.

Was passiert am unteren Bildrand, wo die Projektionsfläche an den Boden stößt? Beide Flächen, der Boden und die Wand sind plan und stehen im rechten Winkel aufeinander. Der Holzboden reflektiert das Licht von der Projektion, die in den Raum hineinzuragen scheint und gleichzeitig an der scharfen Begrenzung der Bodenlinie endet. Hier entsteht ein Raumparadoxon, in dem zweidimensionale Projektion und dreidimensionale Wahrnehmung aneinanderstoßen. Was in den Raum ragt, ist genau an dieser Bodenlinie angeschnitten, wie kann es dahinter weitergehen? Oder davor?

Ort: K20, Düsseldorf
Dauer: 30.01.2016 bis 20.03.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Heinrich
Datum: 29.01.2016
URL: www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/cyprien-gaillard.html
wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Cyprien_Gaillard
URL: www.artsy.net/artist/cyprien-gaillard

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