Die virtuelle Stadt – 2018

Die virtuelle Stadt beschreibt als Installation ein Erleben von Stadt aus Handlungen, Erinnerungen und Erzählungen. Je höher die Mobilität ist, desto weiter können die Orte auseinanderliegen, mit denen wir Alltäglichkeit verbinden. Installation mit Sound, Video und Kartenwerken.

25.8. – 28.8. 2018 in Siegen.

logo-kunstsommer-2018-iii

Exposé Die virtuelle Stadt.pdf

Für jeden gibt es eine virtuelle Stadt, die durch Vertrautheit zu beschreiben ist. Die Ausdehnung der virtuellen Stadt liegt in der Mobilität. Die Stadt ist so groß wie sie klein ist mit den wenigen Freunden überall, den Bäckern und den Cafés, den Kinos, Galerien und Supermärkten, den Betten zum Schlafen und den Wohnungen, die eine Zeit lang die eigenen sind. Die virtuelle Stadt ist eine Geschichte aus Handlungen, Erinnerungen und Erzählungen. Bei jeder Erzählung, die zur virtuellen Stadt beigetragen wird, verändern sich Vorstellung und Ausdehnung.

reisen_deutschland_barbara_christin

Innerhalb der Stadt sind unsere Bewegungsprofile Zeichen für die Alltäglichkeiten in denen wir uns bewegen. Dafür steht eine Infrastruktur zur Verfügung, die in Stadtplänen, Landkarten und Streckennetzkarten als zeichnerische Option schon vorweggenommen ist. Welche von diesen Option wir einlösen, bestimmen einerseits persönliche Vorlieben und andererseits gesellschaftliche Umstände. Die Stadt ist ein Sehnsuchtsort, ein Zufluchtsort und eine Gegend voller Möglichkeiten. Je höher die Mobilität ist, desto weiter können die Orte auseinanderliegen, mit denen wir Alltäglichkeit verbinden. Die virtuelle Stadt ist subjektiv und konstituiert sich im Handeln.

Die virtuelle Stadt Barbara Christin

In über Jahren aufgezeichneten Bewegungsprofilen, die das Alltägliche nach Wohnen, Arbeit, Freunde und Ereignissen aufschlüsseln, finden Besucher einen Anlass, ihre eigene virtuelle Stadt zu konstruieren. Eine wandfüllende Europakarte fordert dazu auf, Stationen zu markieren und gemeinsam ein Profil der Reisen und Besuche anzulegen. Fotografien von Fahrten über die Autobahn, Videoanimationen zu den Transits und verschiedene Sounds, manche zum Lauschen, manche als Ergänzung zu den tatsächlichen Stadtgeräuschen, ordnen die virtuelle Stadt ein.

Barbara Christin Die virtuelle Stadt Europa

Bei der Installation in Siegen ist die Stadt selbst durch die Lage des Ladenlokals an belebter Stelle der Innenstadt und die umlaufende Fensterfront Teil der visuellen und auditiven Inszenierung. Einblicke, Durchblicke und Ausblicke zu den verschiedenen Tageszeiten thematisieren die Vorstellung von Stadt und die Art und Weise, wie sie von ihren Bewohnern gelebt wird.

Zur Installation sind zwei Editionen erschienen. Ein Projekt im Rahmen von Kunstsommer 2018, Kunstverein Siegen.