Fritsch und Koschkarow – ZITA – ЩАРА – Schaulager Basel

zur Ausstellung:

Katharina Fritsch, die mit ihren ikonisch monochromen Skulpturen seit den späten 1980er-Jahren internationale Aufmerksamkeit erfährt, ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Genration. Ihre Motive sind meist alltägliche, stereotype Figuren, deren vertraute Gestalt und semantischer Gehalt sie durch Manipulation von Größenverhältnissen, Materialität oder Farbigkeit unterläuft, sodass sich neue Bedeutungsebenen eröffnen. Bestens bekannt ist sie unter anderem durch den im Schaulager permanent installierten Rattenkönig (1993), bestehend aus 16 riesengroßen schwarzen Ratten mit ineinander verknoteten Schwänzen. Auch für Alexej Koschkarow, der an den Kunstakademien in Minsk und Düsseldorf studiert hat, sind Bedeutungsverschiebungen und mehrdeutige Lesbarkeit zentraler Punkt seiner künstlerischen Arbeit. In der Verschmelzung von historischen Material, Mythen und Motiven der Gegenwartskultur eröffnen sich in seinem Werk Themen wie das Fremde und das Wundersame. Aufsehen erregte er unter anderem mit dem skulpturalen Arrangement Befruchtung von Hecken (1999) oder Beutekunst (2005).

Quelle: http://www.schaulager.org/de/schaulager/medien/kategorien/2/zita-2016

Notizen:

Über einem weitläufigen, annähernd leeren Foyer gibt es im Schaulager einen Luftraum mit Geschossbalkonen. Leuchtstoffröhren verwischen als Zeichen aus Licht die zählbaren Geschosse. Ins untere Geschoss  führt eine Treppe.
In dem weitläufigen Foyer ist eine Kabine aufgebaut, in der Katharina Fritsch und Alexej Koschkarow eine Installation zeigen. Im zentralen Raum der Kabine, groß wie ein Zimmer, stehen etwa menschengroß drei gelbe Figuren. Die Figuren erinnern an Maisblattpuppen, exakt gefertigt. Gegen-über steht ein Ofen, weiß und groß und kristallin. Drinnen dreht sich eine Konservendose und simuliert ein Feuer. Ein blauer Sarg ist im linken Nebenraum auf orangen Böcken aufgebahrt. Die Oberflächen von Sarg und Böcken ist stumpf, die Farben leuchtend. Ein aus Holz gefertigtes Modell von einer im Rund angelegten dörflichen Siedlung aus einer anderen Zeit steht im rechten Neben-raum. Gegenüber gibt es eine martialische Inszenierung mit behelmten Frauen und kampfbereiten Hunden. Die verschachtelten Treppen, die zum Modell gehören, unterlaufen das Kriegerische.
Die Arbeiten von Alexej sind mir mit den verspielten Anspielungen näher als die hermetischen Exponate von Katharina Fritsch. Ich frage mich, wie die beiden zusammengekommen sind. Alexej war erst Assistent und recht bald Kollege. Die handwerkliche Lust an der Inszenierung bei Alexejs Arbeiten ist anders als die handwerkliche Präzision in den Inszenierungen von Katharina Fritsch.

Ort: Schaulager, Basel
Dauer: 12.06.2016 bis 02.10.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Jürgen
Datum: 19.06.2016
URL: http://www.schaulager.org
URL: www.artsy.net/artist/katharina-fritsch

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