Heike Weber – 23 – Villa Zanders Bergisch Gladbach

zur Ausstellung:

Als zentrales Phänomen zieht sich das Thema Vernetzung durch ihre facettenreichen Werkgruppen: Das Netz erscheint als reales Haarnetz in Form einer wandfüllenden Zeichnung oder als abstraktes Gespinst fliegender Kuben aus farbiger Kordel. In ihren überbordenden Bodenzeichnungen breiten sich netzartige Strukturen über ganze Räume und halten uns wie in einem Geflecht gefangen.

Einen Schwerpunkt innerhalb der Einzelobjekte bilden ihre jüngst entstandenen Scherenschnitte. Mit diesen großformatigen Arbeiten aus schwarzem Fotokarton positioniert sich Kunst aus Papier in einer ganz eigenen Spielart. Vegetabile Formen in mehreren Lagen sorgen hier für eine irritierend unruhige Plastizität.

Quelle: http://www.villa-zanders.de/htdocs_de/ausstellungen/heike_weber_23.html

Notizen:

Eine herrschaftliche Holztreppe aus der Gründerzeit führt in den ersten Stock. Am Ende der Treppe, in einem durch Säulen gegliederten Raum mit antikisierenden Figuren, eine männlich, eine weiblich, muss man sich entscheiden eine Bodenzeichnung von Heike Weber zu betreten. Auf schwarz lackierten Holzplatten sind mit weißem Stift konzentrische Linien in Wellenform gezeichnet. Von mehreren Zentren ausgehend überschneiden sich Wellenmuster. Die Zeichnung macht aus der Basis des Raums das Zentrum und unterläuft damit das dekorative Repräsentationsambiente.

Ein Durchgang zwischen zwei Säulen führt zu einer zimmerhohen im Raum aufgehängten Zeichnung mit weißem Stift auf schwarzem Papier. Weiße Kringel mit Verdichtungen und leichten Ösenketten zeigen ein überdimensionales Haarnetz. Das Haarnetz scheint Anlass für eine Untersuchung der zeichnerischen Logik einer im Raum strukturierten Vernetzung zu sein, die einerseits den Regeln der Verknüpfung folgt und andererseits amorph bleibt, solange das Netz nicht aufgespannt wird. Es gibt eine zweite Zeichnung im gleichen Format, die Rücken an Rücken mit der ersten hängt.

In einem kleineren anschließenden Raum stehen offene Quader aus hauchdünnem, halbtransparentem Styropor. Die Quader bewegen sich mit der Raumluft. Löcher und Risse im Material zeigen den Aufwand bei der Bearbeitung. Die Quader sind auf der Raumachse aufgestellt und stehen unter einer Stuckvignette. Mit verspielten Blumengebinden zwischen denen Vogelpaare schnäblen ist diese Stuckverzierung die filigranste in den Räumlichkeiten der Villa Zanders.

Ort: Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Dauer: 28.02.2016 bis 29.05.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Jürgen, Jonathan, Henrik
Datum: 13.03.2016
URL: www.villa-zanders.de
URL: www.heikeweber.net

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