Helga Griffiths – Crossing – Saarbrücken

Zur Ausstellung:

Helga Griffiths (*1959) arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren an der Schnittstelle zwischen Mensch und Umwelt. In multi-sensuellen Installationen erforscht sie die Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Wahrnehmung mit künstlerischen und wissenschaftlichen Mitteln. So gehört beispielsweise ein Flug über die Gletscherlandschaft ihres eigenen Gehirns zu den eindrucksvollen Arbeiten, die sie in enger Kooperation mit dem Max Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt entwickelt hat.

Ihren Werken liegt die Idee eines „Erlebnis-Raums“ zugrunde, über den wir in einen mehrdimensionalen Sinnes-Raum versetzt werden, um Erinnerungen, Gefühle und Ideen zu erfahren, die durch visuelle, klangliche, olfaktorische oder haptische Impulse angestoßen werden, die aus der Erfahrungswelt der Künstlerin stammen. Typisch für Griffiths Arbeit ist dabei eine besondere Technik: Sie besteht darin, dass sie Informationen, die wir über einen Sinn (z.B. Auge oder Gehör) wahrnehmen, von der Künstlerin in einen anderen übertragen werden, z.B. als Geruch.

Quelle: http://www.stadtgalerie.de/helga_griffiths

Notizen:

Das beiläufig Leichte an der Vorstellung Wege zu gehen, deren Duft nachzuspüren und Fotos auf diesen Wegen von einer Begleiterin machen zu lassen, die blind aufnimmt, weil sie nicht sieht, der Apparat aber Aufnahmen macht, ist in der Erinnerung an die Installation spürbar. Die Leucht- und Duftkästen mit durch Lochbohrungen markierten Wegen in der Ausstellung sind Einstieg in den Gedanken. Ein labyrinthisches Mobile aus unzähligen Duftprobestreifen, die im Schwarzlicht leuchten, gedoppelt durch einen raumhohen Spiegel überrascht mich, weil von der Architektur gefühlt nur der Boden bleibt, den ich brauche, um durch das Labyrinth aus vielfach gestaffelten, sich lose kreuzenden Duftprobestreifen zu gehen. Ein Stockwerk tiefer ist neben einer Videoprojektion hinter einem Gitter ein langer Gang sichtbar. Das Gitter verbietet eindeutig den Zutritt. Aber der Gang ist eine Spiegelung, und der symmetrische Raum davor nicht wirklich symmetrisch. Der Weg hierher vom Empfang der Stadtgalerie in die Ausstellung hinein ist durch die Projektion von Buchstaben auf eine zur Spirale gedrehte, lange Stoffbahn und auf den Boden und die Wände begleitet. Das Meeresrauschen im halbdunklen Raum gehört zu einem Video, das am Ende des Weges auf eine Seitenwand projiziert ist. Ein Mann steht vor einem Ozean und spricht.

Ort: Stadtgalerie Saarbrücken
Dauer: 22.09.2017 bis 14.01.2018
Besuch: Barbara Christin
Datum: 03.10.2017
URL: www.stadtgalerie.de
URL: www.helgagriffiths.de