Max Eastley – Two Measures of Time – Saarbrücken

zur Ausstellung:

Max Eastley (*1944 in Torquay/England) verbindet in seiner Kunst kinetische Objekte mit Klang – und das auf einzigartige Weise. Es sind poetische Sound-Skulpturen, die der Künstler und Musiker aus scheinbar einfachen Materialien entwickelt: Äolische Klangkunst in der Natur, die er durch Eis, Wind- und Wasserkraft entstehen lässt oder im Innenraum durch strombetriebene kinetische Installationen hervorbringt – ein analoger Sound, bisweilen subtil verstärkt, dessen poetische Qualität gerade aus dem sensiblen Zusammenspiel alltäglicher Dinge entsteht.

Quelle: www.stadtgalerie.de/ausstellungen

Notizen:

Der langgestreckte Flügel in der Galerie ist als White Cube inszeniert. An der Wand entlang sind waagerecht blaue Stäbe auf Kniehöhe an Drähten aufgehängt. Die Stäbe, von denen feine Drähte in unregelmäßigen Abständen in den Raum ragen, drehen sich um die eigene Achse. Es klimpert und sirrt im Raum. Dazu sind immer wieder helle Gongs zuhören. Über die gebogen abstehenden Drähte rutschen bei jeder Rotation kleine Glasperlen und Metallplättchen. Die machen die kleinen Geräusche. Die Gongs gehören zu einer anderen Installation. Als Abstandhalter zur Wand gibt es an jedem der fünf Stäbe einen längeren Draht. Wenn sich der Widerstand nach der Berührung mit der Wand löst, ist leise ein hoher Ton zu hören. Über die Dauer der Installation haben die Abstandhalter Spuren an der Wand hinterlassen. Rotierende Stäbe spielen auch die Gongs im nächsten Raum. Sieben Stäbe sind an Motoren senkrecht vor der Wand montiert und mit einem Draht verlängert, an dem unten eine Perle aufgefädelt ist. Die Rotation des Stabs versetzt Draht und Kugel in Bewegung. In der Bewegung schlagen die Kugeln gegen unterhalb der Stäbe an die Wand montierte Metallscheiben. Ob die Kugel von vorn oder von hinten gegen die Scheiben schlagen, ergibt sich. Auch hier halten von den Stäben abstehende Drähte Abstand zur Wand, hinterlassen bei jeder Drehung eine Spur und machen einen leisen Ton, wenn die Spur geschrieben ist. Ein Stockwerk höher in einem hellen, rechteckigen Raum wirbeln schwarze Stäbe halb stehend halb hängend auf weißen Flächen, die den Bewegungsradius begrenzen. Beim Wirbeln sind die Stäbe so schnell, dass ein räumliches Muster entsteht. Die etwa armlangen Stäbe sind an drei Wänden entlang installiert. Manchmal hält ein Motor an, dann steht der Stab an seiner Drahtaufhängung in den Raum. Das Klackern der Stäbe auf den Flächen und an den Wänden hinterlässt Spuren, für jeden Stab eigene.

Ort: Stadtgalerie Saarbrücken
Dauer: 16.09.2016 bis 08.01.2017
Besuch: Barbara Christin
mit: Jürgen, Henrik
Datum: 05.01.2017
URL: www.stadtgalerie.de
URL: www.maxeastley.co.uk