Mittelstreifen – Fotografien 2016

Die Mittelstreifen zwischen den Fahrbahnen und die Landschaften entlang der Autobahnen sind ganz beiläufige Kulturlandschaften. Die Aufmerksamkeit beim Fahren gilt dem Horizont, nicht dem, was links und rechts vorbeizieht. Im Stau ist dann allerdings Gelegenheit, in die Randbepflanzungen hinein zu schauen: Mittelstreifen, Fahrbahn, Randstreifen und Landschaft zeigen eine Kulisse aus zufälligen und gezielt angelegten Pflanzengemeinschaften.

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Mittelstreifen – Lambdaprints je 41 x 23 cm

Fotografiert mit dem Smartphone reduziert die hohe Tiefenschärfe des eingebauten Objektivs den Raum auf eine Staffelung gleichberechtigter Ebenen. Zeit, den Bildausschnitt zu wählen, ist während der Verkehr im Stau ruht. Damit sind die gestalterischen Möglichkeiten auf ein Minimum begrenzt und entsprechen denen von schnellen Urlaubsbildern oder fotografischen Notizen.

Im Unterschied zu einem Urlaubsaufenthalt ist die Fahrt über die Autobahn ein Transit. Erst durch den Stau ergibt sich ein zufälliger Aufenthalt und damit die Gelegenheit, die sonst unbeachtete Vegetation auf den Mittelstreifen als Teil der umgebenden Landschaft zu sehen. Die Fotografien notieren die zufälligen Aufenthalte im Transit auf die gleiche Weise, wie Ausblicke auf Reisen festgehalten werden.

Die Serie „Mittelstreifen“ ist im Verlauf von zwei Jahren fotografiert und wurde 2017 zum ersten Mal als Teil einer Installation zur barocken Gartenkultur im Stadtmuseum Zweibrücken gezeigt. Die Installation „Partie – Ein Garten im Haus des Gärtners“ thematisierte die Struktur eines barocken Gartens im ehemaligen herzoglichen Gärtnerhaus der Stadt Zweibrücken, heute Sitz des Stadtmuseums.