Neue Werkstrategien #1, 2001

Im Museum Folkwang in Essen fand 2001 der erste Teil des Projekts Neue Werkstrategien statt. Zwei Tage lang hatten wir als junge Künstler Gelegenheit, einander Arbeiten und Arbeitsprozesse vorzustellen und gemeinsam mit Kuratoren zu diskutieren.

2001 hatte ich gerade die Serie Ateliers abgeschlossen, die den Aspekt Raumbeschreibung weiterentwickelt, wie er schon in vergangenen Projekten thematisiert war. Die subjektive Beschreibung von Räumen und das Angebot zu dieser ersten formulierten Beobachtung weitere Beobachtungen und Vorstellungen von Betrachtern, Besuchern, Lesern anzuschließen, war auch Gegenstand des mehrjährigen Projekts Die Sammlungen, das mit der Ausstellung meiner Wohnung und den Besucherbeschreibungen 1997 abgeschlossen wurde.

Beide Projekte gehörten zur Präsentation bei Neue Werkstrategien #1. Ein Teil des Gesprächs, das im Anschluss an die Präsentation geführt wurde, ist im Folgenden wiedergegeben.

aus: Neue Werkstrategien #1, Publikation 2004

Frage: Geht es darum, was du in den Räumen erlebt hast?

Antwort: Ja. wobei ich mehr ein Platzhalter bin […] Es ist immer so verzahnt, weil sich in den subjektiven, vorgestellten Räumen immer etwas manifestiert, was schon passiert ist, verzweigt sich von da und kommt wieder zurück. Deshalb ist das Beobachten auch so interessant […] Es muss jemand dazukommen, der das beobachtet. Sonst geht das natürlich nicht. […] Es muss dann wieder jemand dazukommen, der das nachvollzieht. Das beendet oder weiterträgt, der diese Vorstellung reproduziert oder produziert.

Frage: […] Barbara Christin ist jemand, der auf solche Foren wie die „Neuen Werkstrategien“ angewiesen ist, weil sie in der konventionellen Ausstellungssituation kaum die Chance hat, das zu vermitteln. Also der normale Ausstellungsflaneur kann sich das kaum erschießen.

Antwort: Das ist auch nicht für Ausstellungsflaneure gemacht. Entweder, ich mache etwas für eine bestimmte Situation, mit der ich arbeiten kann, wo die Arbeit dann auch in einen räumlichem und alltäglich situativen Zusammenhang Sinn macht, oder ich lasse es bleiben. Es sind keine gesammelten Eindrücke. Es sind formulierte Eindrücke und das ist auch jeweils sehr sorgfältig vorbereitet.“

neue_werkstrategien_barbara_christin
Neue Werkstrategien #1 und #2, 2004

Die Publikation „Neue Werkstrategien“ dokumentiert das Projekt mit den Gesprächen und Präsentationen junger Künstler aus Deutschland und den Niederlanden 2001 in Essen und 2004 in Arnheim. Herausgegeben von Museum Folkwang, Essen; Transistor Schloss Ringenberg; Förderverein Aktuelle Kunst, Münster; The Arnhem Academy of Art and Design

Kuratiert von Dr. Gudrun Bott, Marcus Lütkemeyer, Dr. Necmi Sönmez
Fotos von Neue Werkstrategien in Essen