Nic Hess – Der Stoff aus dem die Träume waren – Kunsthalle Münster

zur Ausstellung:

In der Kunsthalle Münster hat Nic Hess in einem mehr als zwei Wochen dauernden intensiven Arbeitsprozess eine über Wand- und Bodenflächen mäandernde Rauminstallation aus einer Gemengelage neuer und bestehender Arbeiten erstellt. „Der Stoff aus dem die Träume waren“ betitelt ein begehbares Panorama aus erstmals überwiegend schwarz-weißen Darstellungen. Es sind Versatzstücke aus nahezu 20 verschiedenen Themenfeldern, aus der Automobil-, Reise- und Kulturindustrie, auf großen Druckfilmen im veralteten Offsetfilm-verfahren produziert. Hinzu kommen deckenhohe Plots – tapetenähnliche, selbstklebende Ausdrucke, deren Muster eine Camouflage bilden aus stark vergrößerten Motiven, dem Archiv des Künstlers und dem Internet entnommen.

Quelle: www.stadt-muenster.de/kunsthalle/archiv/ausstellungen/nic-hess.html

Notizen:

Gleich im Eingangsbereich hängt eine aus handelsüblichen Karten von der Schweiz montierte Landkarte. Größere zusammenhängende, aber ausgeschnittene Kartenteile überlappen einander und zeigen ein neu zusammengesetztes Territorium mit aus der Schweiz bekannten Städten, Seen und Bergen. Auf den ersten Blick schlüssig, zeigt sich beim Lesen der Karte sehr schnell, dass hier beieinander liegt, was in einer Vorstellung von der Schweiz nicht zusammengehört.

Im Übergang zur Ausstellungshalle ist die Königin aus Alice im Wunderland als vergrößerte Illustration auf dem Boden, gleich gegenüber in der Hallenecke gibt es Humpty Dumpty. Von da aus wandert die Installation aus Offsetfolien, Plots und Klebestreifen durch den Raum. Ohne Humpty Dumpty hätte ich vielleicht woanders angefangen die Installation abzulaufen. Überall sind Kleinigkeiten zu entdecken. Gewölbte kleine Spiegel im deckenhohen Hohlraum eines Metallpfeilers reflektieren mich und die Installation als vertikale Serie. Am Deckenfenster ist eine ausgestopfte Ente mit verdrehten Flügeln angebracht. Eine Leinwand hängt an Ketten mit Elektrowinden.

Und die Folien zeigen, was in Offsetzeiten gedruckt wurde: Autos, Werbung, Ausstellungsplakate. Manchmal sind die Folien plan installiert, manchmal als Objekte. Wie die Teile im Raum miteinander vernetzt sind, macht die Zeit für den Aufbau und die Entscheidungen nachvollziehbar. Die wandgroße Fotografie von einer Spüle mit Essensresten, montiert auf die Wand um die Aufzugtür, lässt mich den Besuch über ganz banal rätseln, was gekocht wurde für diese Spülwasserreste.

Ort: Kunsthalle Münster
Dauer: 07.11.2015 bis 28.02.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Bert
Datum: 14.02.2016
URL: www.stadt-muenster.de/kunsthalle/archiv/ausstellungen/nic-hess.html
URL: www.nichess.ch/