PARTIE – 2017

PARTIE – Ein Garten im Haus des Gärtners thematisiert im historischen Hofgärtnerhaus den ehemaligen barocken Garten in Zweibrücken. Die Installation aus Objekten, Fotografien, Videos, Klängen und einer farbigen Rekonstruktion des Gartenplans nutzt die barocke Zimmerflucht als Zitat barocker Gartenstruktur.

Stadtmuseum Zweibrücken 11.6. – 23.7.2017, im Petrihaus Herzogstraße 9

Die Enfilade im spätbarocken Hofgärtnerhaus in Zweibrücken, heute Sitz des Stadtmuseums, ist typisch für die Bauzeit. In einer Flucht von Zimmern, deren Türen genau gegenüberliegen, entsteht ein Durchblick vom ersten Raum bis zum Abschluss des letzten Raums. Die formale Ähnlichkeit der Enfilade zur Gliederung barocker Gärten mit Sichtachsen und verschiedenen Gartenbereichen war Anlass für die Installation.

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Mobile Architektur, 100 x 100 x 225 cm und Videoprojektion, Barbara Christin 2017

Zweibrücken hat eine reiche Gartengeschichte, die ihre Blütezeit unter den beiden Hofgärtnern Petri hatte. Johann Ludwig Petri entwarf 1762/63 einen Gesamtplan, der bestehende und neu anzulegende Gartenpartien am Residenzschloss in Zweibrücken gestalterisch zusammenfasste. Die orginale Tuschezeichnung ist im Zweiten Weltkrieg verbrannt und nur noch in Reproduktionen erhalten. Anlass für die Erweiterung des Gartens war der Bau eines Schlösschens für die nicht standesgemäße Frau des Herzogs auf der dem Residenzschloss gegenüberliegenden Seite des Kanals.  Ernst August Bernhard Petri kam als junger Gärtner dazu. Er ließ das Petrihaus, in dem das Stadtmuseum durch glückliche Umstände unterkommen konnte, für seine Familie erbauen.

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Farbige Rekonstruktion des Petriplans, Digital Druck, 200 x 135 cm, Barbara Christin

Rechercheergebnisse zu dem von Johann Ludwig Petri entworfenen Garten sind in einem eigenen Raum präsentiert. Kernstück ist eine großformatige, farbige Rekonstruktion des sogenannten Petriplans. In der Gegenüberstellung zum aktuellen Stadtplan Zweibrückens kann die Ausdehnung und Vielfältigkeit der Gartenanlage nachvollzogen werden. Ein Stammbaum der in Zweibrücken tätigen Gärtnerfamilien visualisiert die Vernetzung durch Eheschließungen und Lehrverhältnisse.

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Zweibrücken heute, Digital Print, 200 x 135 cm, Barbara Christin 2017

Point de Vue am Ende der Enfilade ist ein wandgroßes Wolkenkaleidoskop, das mit Vogelgezwitscher in allen Räumen zu hören ist. Der Weg über die Sichtachse führt von der Recherche durch drei weitere Ausstellungsräume. „Tulpen“ eine Serie aus acht Fotografien nimmt die kabinettartige Seite des ersten Raums ein. Im mittleren und kleinsten Raum drehen sich in der Videoinstallation „Solange #1-3“ Rosen mit leisem Rauschen umeinander. „Mittelstreifen“ eine Serie von acht Fotografien schließt die Gartenthemen ab.

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Tulpen, Lambda Prints, Serie von acht Fotografien, je 66 x 37 cm, Barbara Christin 2017

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Solange #1-3, Videoanimationen DV PAL, Barbara Christin 2008

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Mittelstreifen, Lambda Prints, Serie von acht Fotografien, je 41 x 23 cm, Barbara Christin 2016

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Wolkenkaleidoskop, Videoanimation, Full HD, Barbara Christin 2017

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der einen Überblick über die Gartengeschichte Zweibrückens gibt und die Installation dokumentiert. Herausgegeben vom Stadtmuseum Zweibrücken. Konzeption und Text: Barbara Christin.

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