Robbins Becher – Verlagerungen – Siegen

zur Ausstellung:

Künstlerisch bedienen sich Robbins & Becher der Recherche, der Reise und der Kamera. Gegen offizielle Geschichtsschreibung und Allgemeinplätze setzt das Fotografenpaar ein ‚close reading‘, darin liegt die emanzipatorische Kraft ihrer Arbeit. Mit ihrer direkten, sachlichen, nie journalistischen Bildsprache ziehen die Bilder die Betrachter in ihren Bann. Das Betrachten der Fotografien wird zu einem selbstreflexiven Vorgang, der vom Betrachter verlangt, Position einzunehmen und seine Vorstellungen und sein Vorwissen zu überdenken.

Die in der Siegener Ausstellung „Displacements/Verlagerungen“ gezeigten 12 Fotoserien von Robbins & Becher geben einen guten Überblick über das Schaffen der letzten 25 Jahre. Alle Serien, beispielsweise „Colonial Remains“, „770“, „German Indians“ oder „Black Cowboys“, widmen sich dem Einzelfall. Kulturtheorien bilden einen begleitenden Diskurs, schieben sich aber nie dominant in den Vordergrund.

Quelle: http://www.mgk-siegen.de/deu/ausstellungen-und-sammlung/ausstellungen/andrea-robbinsmax-becher/andrea-robbinsmax-becher.html

Notizen:

Mit „German Indians“ beginnt die Ausstellung. Die Menschen sehen verkleidet aus, tragen aber offenbar eigene Garderobe. Dann: Elendssiedlungen weltweit, nachgebaut zur Anschauung; ähnlich dekorierte historisierende Kamine einer Restaurantkette; Venedig in Las Vegas; ein in Amerika nachempfundenes bayrisches Dorf; Kolonialbauten im deutschen Stil und Herero in Tracht; ein Eifelturm in China und vergleichbare Resorts; schwarze Cowboys zu Pferd und beim Rodeo.

Gekommen bin ich, um „770“ zu sehen, Fotografien von Gemeindehäusern, die an verschiedenen Orten in Anlehnung an das Original in Brooklyn gebaut wurden. Jeder Nachbau ist ähnlich, aber anders. Und die Nachbarschaften und Landschaften sind jeweils eigene.

Bei Gegenüberstellungen von Star Wars Figuren aus den 70er und 90er Jahren, erinnere ich mich an einen Besuch im Becherhaus in Mudersbach, wo auch Spielzeug vom kleinen Max Becher lag. Die 70er fallen in seine Kindheit, die 90er haben vielleicht zum Vergleich der alten mit den neuen Figuren herausgefordert. Zuerst fällt mir auf, dass einige von den alten Figuren textile Kleidung tragen, dann fällt mir aber als deutlichster Unterschied die Silhouette der Figuren auf: Die Figuren aus den 90ern haben eine X-förmige Bodybuilderstatur, während die Figuren aus den 70ern eher schmal sind.

Ort: Museum für Gegenwartskunst Siegen
Dauer: 18.03.2016 bis 16.05.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Jonathan
Datum: 09.04.2016
URL: www.mgk-siegen.de
wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Robbins
URL: www.artsy.net/artist/andrea-robbins-and-max-becher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.