Samson Young – A dark theme keeps me here, I’ll make a broken music

Zur Ausstellung:

Samson Young studierte Musik, Philosophie und Gender Studies an der Universität von Sydney und hat einen Doktor in Komposition in Princeton gemacht. Aus dieser audiobasierten Perspektive entwirft er nicht nur Musik sondern auch Installationen, Performances, Zeichnungen, Walks und Filme. Seine musikalisch skulpturalen Arbeiten haben sehr oft einen konkreten historischen Bezug und setzen sich mit Orten des Konflikts auseinander. Hinter jedem seiner Projekte steht ein hoher Aufwand an Recherche und Feldforschung. Sounds und Musik werden dabei als Vehikel für die Aufarbeitung und Darstellung historischer Ereignisse genutzt, sind aber zugleich der Kern einer ästhetischen Erfahrung, die für sich allein steht und keine weiteren Erklärungen benötigt.

Quelle: http://www.kunsthalle-duesseldorf.de/index.php?id=394

Notizen:

Ein Kammerensemble spielt – dokumentiert in einem Video, das hinter der Treppe im Eingangsbereich der Kunsthalle gezeigt wird  – sehr konzentriert und in sorgfältiger Abstimmung der Musiker untereinander ein Stück, das aus den Hörgewohnheiten fällt. Auch das Video mit einem Chor führt eigentümliche Musik auf. Wie die Partituren notiert sind, ist nicht erkennbar. Aber es gibt offenbar Notizen, mit denen die Aufführung vorbereitet ist.

Wie ungefähr die Partituren aussehen könnten, lässt sich aus den auf dem Treppenabsatz im ersten Stock ausgestellten Zeichnungen erahnen. Die aquarellierten Zeichnungen scheinen Notizen zu Klangereignissen an bestimmten Orten zu einer bestimmten Zeit zu sein. Die Aufzeichnungen sind subjektiv und detailliert. Die Legenden zu den Zeichnungen helfen, mir die Situation vorzustellen und eine eigene Idee von den Klängen zu der Zeit am dem Ort zu entwickeln.

Und die Soundkanone mit den Vogelstimmen ist wieder da. Auf der Art Basel hatte ich eine uniformierte Person neben der Soundkanone auf einem gebäudehohen Sockel bei der Performance gesehen. In der Messehalle war das Erlebnis sehr eigentümlich. Hier, hinter einem Absperrgitter, wirkt die Inszenierung theatralischer und weniger überraschend. Die zweite Performance mit einer Livevertonung von Nachrichtenvideos, die ein Bombardement auf Bagdad zeigen, ist als kleine Anordnung eindrucksvoll. Die Inszenierung mit Tisch, Rechner, Monitor und einem Geräuschemacher mitten in einem mit Sand aufgefüllten Ausstellungsraum ist aus der Welt gefallen.

Ort: Kunsthalle Düsseldorf
Dauer: 17.12.2016 bis 05.03.2017
Besuch: Barbara Christin
mit: Henrik
Datum: 30.12.2016
URL: www.kunsthalle-duesseldorf.de

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