Takehito Koganezawa – Paint it Black – Saarbrücken

zur Ausstellung:

Als Zeichner, Videokünstler und Performer entwickelt Koganezawa Bild-Installationen, die aus der Dynamik seiner Hand oder seines Körpers entstehen, um mit Hilfe von bewegten Videoprojektoren und Kameras Zeit als Bewegung sichtbar zu machen. Im Fluss dieser Bilder entfaltet sich dabei eine geradezu malerische Ästhetik. Diese abstrakten Videoarbeiten erweitert der Künstler mit seiner jüngsten Rauminstallation Other Person’s Shoe, in der er erstmals brisante politische Ereignisse reflektiert und die problematische Berichterstattung um den IS und seine internationalen Geiselnahmen in den Blick nimmt.

Quelle: www.stadtgalerie.de/ausstellungen

Notizen:

Takehito Koganezawa  erinnert sich in einem Video zur Ausstellung, wie ihn schon als Kind beim Spülen von Tellern die Spuren beschäftigt haben. Die Bewegung der Hand, die Streifen von Wasser und Seife auf den Tellern beim Spülen stelle ich mir vor als ein Spiel aus zielgerichtetem Tun und Mustern aus der Bewegung.

Ein langer Raum in der Galerie ist mit schwarzem Teppich und schwarzer Farbe an Wänden und Decke abgedunkelt. Einen hellen Untergrund haben nur die Projektionsflächen für die Beamer oben an der gegenüberliegenden Wand. Die Projektionen schneiden Wand, Decke und Boden schräg an. In jeder Projektion wischen Spuren in hell und dunkel bereits bestehende Spuren fortwährend weg.

Am Ende des langen Raums gibt es einen zweiten Raum quer zum ersten. Hier sind mehrere Projektionen zu sehen, in denen Daumenkinos geblättert werden. Kleine, runde Farbflächen wandern über weiße Buchseiten. Jedes Daumenkino ist anders und wird beim Blättern von einer Komposition aus feinen Tönen begleitet.

Zurück durch den langen Raum auf der anderen Seite des Treppenhauses gibt es zwei  Modelle mit einer Wüstenlandschaft, klein und einfach gemacht, ausgeleuchtet mit Leselampen. Von Handycams aufgenommen funktioniert die Illusion von Landschaft in der Projektion auf die Leinwände an den Stirnseiten des Raums. In den Leinwänden sind Löcher ausgespart. Umriss und Position der Löcher entsprechen den Positionen für die Köpfe in einem Hinrichtungsvideo mit zwei Kamerapositionen, auf das die Installation anspielt. Zwei ausgedruckte Screenshots erklären den Zusammenhang.

Ort: Stadtgalerie Saarbrücken
Dauer: 19.02.2016 bis 24.04.2016
Besuch: Barbara Christin
mit: Jürgen, Jonathan, Henrik
Datum: 24.03.2016
URL: www.stadtgalerie.de
URL: www.cgries.com