Vera Mercer – Stillleben – Pfalzgalerie Kaiserslautern

zur Ausstellung:

Vera Mercer, geb. 1936 in Berlin, lebt heute in Paris und Omaha im Staat Nebraska. Sie ist Fotografin. Einem ihrer wichtigsten Themen, dem Stillleben, gilt unsere Ausstellung. Tote Tiere, Blumen, Gemüse und klassische Accessoires der Stilllebenmalerei wie Gläser, Schalen und Kerzen bevölkern ihre großformatigen Aufnahmen. Es sind lustvolle und irritierende Impressionen in meist barocker Fülle. Herausfordernd leuchtende Farben nehmen das Auge gefangen, grausam realistische Details verbinden sich mit sinnlich ergreifender Stofflichkeit. Räumliche Irritationen hinterfangen subversiv den logischen Bildaufbau und lassen surreale Momente in den Fotografien aufscheinen. Das allzu Offensichtliche erweist sich als geschickte Konstruktion, die die Lust am Motiv unterstreicht und auf den Betrachter eine ebenso einladende wie abschreckende Wirkung entfalten kann.

Quelle: www.mpk.de/archiv-details/events/273.html

Notizen:

Der Name „Vera Mercer“ sagte mir nichts, aber ich war neugierig auf die Stillleben Fotografie. Anhäufungen von Dingen interessieren mich. Ich war überrascht, dass Vera Mercer achtzig Jahre alt ist und lange als Fotografin für Magazine gearbeitet hat, bevor sie mit fast siebzig Jahren begonnen hat, die ausgestellten Stillleben zu fotografieren.

Während ich eines der Bilder betrachtete, wurde ich von der Aufsicht, einer Frau in Dienstuniform, betrachtet. Das war mir unangenehm. Dann sprach die Frau mich an und fragte, ob ich wisse, dass gerade das Atelier der Künstlerin ausgebrannt sei und diese Bilder hier fast die einzigen verbliebenen seien. Das wusste ich nicht. Wir kamen ins Gespräch. Wahrscheinlich hätten Tierschutzaktivisten das Atelier angezündet, aber das sei noch nicht bewiesen, erzählte die Frau. Die toten Tiere auf den Bildern seinen für viele eine Provokation. Ich war überrascht und hatte die Tiere eher mit den drei Restaurants der Fotografin in Verbindung gebracht als mich in dem Zusammenhang mit Tierschutz zu beschäftigen.

Mit der Aufsicht zusammen habe ich die Bilder dann nochmal angesehen. Ob das Kunst sei bezweifelten manche Besucher, einige wären auch verstört wegen der toten Tiere. Und welches Bild mir am besten gefalle? Ich habe ihr das Bild gezeigt. Sie zeigte mir ihr Lieblingsbild. Und sie konnte genau erklären, warum ihr die anderen Fotografien weniger gut gefallen. Wie lange sie die Bilder schon sieht, wollte ich wissen. Seit drei Monaten hat sie Aufsicht in der Ausstellung und beschäftigt sich mit den Exponaten und Besuchern.

Ort: Pfalzgalerie Kaiserslautern
Dauer: 28.11.2015 bis 03.04.2016
Besuch: Barbara Christin
Datum: 01.03.2016
URL: www.mpg.de
URL: www.veramercer.com/